Kreislauf der Gewalt durchbrechen
In Sierra Leone sind die Nachwirkungen eines grausamen Bürgerkriegs noch überall zu sehen und zu spüren. Die katholische Kirche spielt eine wichtige Rolle im Bemühen um Frieden und Versöhnung, aber auch beim materiellen und gesellschaftlichen Wiederaufbau.
Das „Fatima House of Light“ liegt am Hafen von Freetown, also in einem der schwierigsten Stadtviertel. Prostitution ist ein Straßengeschäft, Drogen sind überall erhältlich, Gewalt und Waffengebrauch gehören zum Alltag. Hier leben sehr viele „Täter“ aus Kriegszeiten, die nicht nach Hause zurückkehren können, ehemalige Kindersoldaten, Waisenkinder, gestrandete Flüchtlinge. Weil es keine Jobs und keine Perspektive gibt, werden deren Kinder auch prostituiert. Männer verkaufen Mädchen an Seeleute, sie verkaufen ihre Frauen oder Schwestern für Geld und Drogen - ein bitterer Kreislauf ohne Ende.
Schwester Jane Frances Alpha will diesen Teufelskreis durchbrechen. Sie hat eine berufsbildende Schule für 100 Mädchen eingerichtet. Ihre Ausbildung soll ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dann können sie als Friseurin, Schneiderin oder Sekretärin arbeiten. Sie kennen sich aus in Hauswirtschaft und Küche, Kinderpflege und Hygiene. Damit bieten sich ungeahnte Chancen in einem Land, das seine schreckliche Vergangenheit überwinden will.