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Jiob 22,21

Ökumenisches Friedensgebet 2010

Sich für den Frieden einzusetzen in Zeiten des Unfriedens, die Straße der Gewalt zu verlassen und einen Weg des Friedens suchen abseits der ausgetretenen Pfade des Misstrauens, heißt auch oft, sich gegen die Mehrheit zu stellen ...

Erzbischof Kaigama, der Autor des Gebetes, ist Freund geworden mit dem Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, einem hohen muslimischen Führer in Nigeria. Beide rufen die Menschen auf, gemeinsam – auch gegen Widerstände aus den eigenen Reihen – gegen die Gewalt und die blutigen Konflikte in ihrem Land aufzustehen und für den Frieden zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen einzutreten. Sie erinnern dabei ausdrücklich an die Botschaft des Friedens ihrer jeweiligen Religion.

Auch in Indien, der Heimat des Künstlers Arun Pardhe, kommt es häufig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Im Dialog der Religionen wird um Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit gerungen.

Denn Gott zum Freund werden bedeutet, auch den Menschen zum Freund werden, über religiöse, ethnische und nationale Grenzen hinweg. Nur dann sind wir Gottes Friedens würdig.

Das Gebet

Abbildung
© Arun Pardhe (Indien)

Gnädiger, liebevoller und teuerster Vater,
Dein Friede ströme wie ein Fluss
in unsere Herzen und Häuser.
Entferne die Hürden zum Frieden
und gib uns ein lebendiges Herz,
damit wir,
Deine Kinder aller Kulturen und Religionen,
wirklich glücklich leben und gedeihen.
Unsere Welt sei eine echte Nachbarschaft,
in der niemand aufgrund seines Glaubens
oder seiner Farbe
unter Diskriminierung leidet.

Himmlischer Vater,
wir schlafen mit einem offenen Auge
und wachen voller Sorge,
denn Gewalt und Konflikt
werden zu unwillkommenen Besuchern.
Politik und Religion werden benutzt,
um Gewalt auszuüben,
Armut, Krankheit und Unsicherheit
plagen unser Land.
Gewähre unserer zerbrochenen
und leidenden Welt Frieden –
einen Frieden,
der die Frucht von Gerechtigkeit ist.

Verschone uns vor der Bedrohung
durch religiöse Fundamentalisten
und bewahre uns vor gefühllosen
und korrupten Führern.
Befreie uns von ethnischen Feindseligkeiten
und erlöse uns von politischen Krisen
und schlechter Regierungsführung.
Rette uns auch aus Umwelt- und Naturkatastrophen.
Schenke uns inneren Frieden,
Solidarität und Harmonie,
damit durch unseren Beitrag die Welt
zu einem nachbarschaftlichen Miteinander
von wahren Brüdern und Schwestern wird.

O Gott, Deine Liebe für Nigeria
und Mutter Afrika ist groß.
Du weißt um den Hunger,
die Krankheiten und die Folgen von Gewalt.
Du weißt, dass Kinder, Jugendliche und Mütter
durch Konflikte vertrieben werden.
Du kennst korrupte Regierungen
und das Unrecht der Übeltäter.
Wir sind der Schmerzen und des Leidens müde.
Vater, öffne der Welt die Augen,
damit sie nach dem Gemeinwohl aller strebe.
Dir seien Ehre und Herrlichkeit durch Christus,
den Friedensfürsten. Amen.

Ignatius A. Kaigama
Erzbischof von Jos/Nigeria

Download

Für Ihre Arbeit in Schule, Kirchengemeinde, Jugendgruppe oder auch für den privaten Gebrauch stellen wie Ihnen nachfolgend noch den Flyer zum Ökumenischen Friedensgebet 2010 zur Verfügung.

Das Ökumenische Friedensgebet 2010 steht Ihnen zum Download zur Verfügung. (PDF, 0.24 MB)
Icon: PDF

Der Autor

Emir Alhaji Haruna Abdullahi und Erzbischof Ignatius Kaigama
© Fritz Stark / missio Erzbischof Ignatius Kaigama (r.) und der Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi.

Erzbischof Ignatius A. Kaigama, geb. 1958 in Kona/Nigeria, hat gleich nach seiner Ernennung zum Erzbischof der Diözese Jos/Nigeria im Jahr 2000 alle traditionellen Führer in Jos besucht, Christen wie Muslime. Er warb um freundschaftliche Beziehungen und für ein friedliches Zusammenleben. Denn in Nigeria kommt es immer wieder zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen. Schnell ist dabei von religiösen Konflikten die Rede – auch wenn die Ursachen politisch sind. Als es 2001 zu heftigen Auseinandersetzungen mit tausend Toten kam, suchten auch Muslime Schutz bei Erzbischof Kaigama. Der Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi, ein hoher muslimischer Führer sowie politisches und religiöses Oberhaupt verschiedener Volksgruppen, suchte Kaigama daraufhin auf. Er wollte den Bischof kennen lernen, der Muslimen Zuflucht gewährte. Seit dieser Zeit setzen sich die beiden religiösen Führer gemeinsam für den Frieden in ihrer Region ein. Inzwischen gelten der Emir und der Erzbischof über den Bundesstaat Plateau hinaus in ihrem Land Nigeria als engagierte Friedensstifter. Aber sie sind auf ihrem Friedens-Weg auch Anfeindungen und Morddrohungen, selbst aus den eigenen Reihen, ausgesetzt.

... Erzbischof Kaigama und der Emir von Wase: Friedensstifter in Nigeria

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Der Künstler

Arun Pardhe; Maler, geboren 1958 im indischen Bundesstaat Maharashtra als ältestes von neun Kindern eines Tagelöhners. Schon während der Schulzeit bei den Jesuiten zeigte sich sein künstlerisches Talent, das durch diese gefördert wurde. Nach drei Jahren als Kunstlehrer an einem Gymnasium in Pune, konnte er zu Jyoti Sahi in die Lehre gehen. Danach hat er sich mit seiner Frau und seinen neun Kindern in der Nähe von Bangalore niedergelassen.


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