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Kinder- und Jugendpastoral
Nigeria ist ein Land mit rund 140 Millionen Einwohnern, das offiziell als Demokratie gilt. Leben und Regieren sind aber geprägt von Korruption, Vetternwirtschaft, Gewalt und struktureller Armut großer Bevölkerungsteile. Der westafrikanische Staat gehört zu den führenden Ölproduzenten des Kontinents. Doch trotz enormer Einnahmen zählt er heute zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Reichtum wandert in die Taschen korrupter Eliten und großer Ölkonzerne.
Die Situation vor Ort
Politische und wirtschaftliche Interessen führen immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen, die zusätzlich eine Bekämpfung der Armut verhindern. So fristen weiterhin 70 Prozent der Bevölkerung ein Dasein unterhalb der Armutsgrenze. Unter diesen Bedingungen landen viele, vor allem Jugendliche, im Abseits oder auf der Straße. Der Schritt in die Kriminalität ist dann oft nicht mehr weit. Das „Remand Home for Young People", ein staatliches Kinder- und Jugendgefängnis in Jos, wurde 1982 vom Sozialministerium des zuständigen Bundesstaates Plateau gegründet. Hier leben nicht nur straffällig gewordene, sondern auch schwererziehbare, von der Familie verstoßene Kinder und Jugendliche. So wie ihre Mitschwestern besucht auch Sr. Helena McEvilly sie regelmäßig. Sie betreut nicht nur die Kinder und Jugendlichen persönlich, sondern überzeugt auch die Gefängnisleitung davon, mit den Kindern und Jugendlichen gewaltfrei zu arbeiten. So haben die Schwestern die Kosten für Lehrer übernommen, die regelmäßig kommen, denn von der Regierung wurde kein Unterricht für diese Kinder bisher bezahlt. Schwester Helena gehört dem Orden der „Franziskaner-Missionsschwestern von der göttlichen Mutterschaft“ an. Die Irin ist Krankenschwester und Hebamme und arbeitet seit 13 Jahren in Nigeria. Sie bildet Mitschwestern aus, engagiert sich für lokale Friedensinitiativen und arbeitet vor allem in der Gefängnis-Seelsorge.
Zuwendung und Anerkennung für junge Menschen
Im „Remand Home“ sind ca. 40 bis 50 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 7 und 18 Jahren und zwar sowohl Christen als auch Muslime, die friedlich zusammenleben. Viele kamen auf Anweisung eines Gerichtes. Schwester Helena möchte den Kindern Werte vermitteln, nach denen sie ihr Leben gestalten und sie auf die Freiheit und Selbständigkeit vorzubereiten. Die Kinder erfahren oft von den Schwestern zum ersten Mal ehrliches und friedliches Miteinander, Zuwendung und Anerkennung. Schwester Helena versucht, mit den Jugendlichen zu arbeiten, statt sie zu bestrafen, und - sie sucht die Aussöhnung zwischen ihnen und ihren Familien. Ein schöner Erfolg ist, dass sie für manche Insassen bereits eine handwerkliche Ausbildung organisieren konnte.
Die Kosten
Doch ihre Aufgabe, so schreibt Sr. Helena wird durch die Lebensumstände sehr erschwert: für die Renovierung der Gebäude und den Kauf notwendiger Möbel, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien fehlt das Geld. Freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nicht einmal eine kleine finanzielle Anerkennung bekommen. Und auch für die Aus- und Fortbildung des Personals stehen zu wenig finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Gesamtkosten für diese Maßnahmen betragen 10.000 €.
missio möchte die wichtige Arbeit von Sr. Helena gerne unterstützen. Mit Ihrer Spende können auch Sie dazu beitragen, dass jungen Menschen Hoffnung geschenkt und ein Weg in eine bessere Zukunft gebahnt wird.
Besser wenig und gerecht, als viel Besitz und Unrecht.