Es ist ein Drama, das sich unter den Augen der Europäischen Union abspielt, doch kaum jemand greift ein: Scharenweise verlassen afrikanische Flüchtlinge unter Lebensgefahr ihre Heimatländer. Auf der Flucht vor Krieg und Hunger stranden sie nach meist lebensgefährlicher Reise an den Grenzen Europas, wo sie in Flüchtlingslagern festgehalten und meist wieder abgeschoben werden. Besonders fatal ist derzeit die Situation der eritreischen Flüchtlinge. Darüber hat Radio Vatikan am 6. Juli 2010 mit unserem Afrika-Referenten Hans Peter Hecking gesprochen. Die Zahl der Flüchtlinge nehme beständig zu, so der Experte:
„Nämlich von Leuten, die dem Druck in Eritrea entfliehen wollen. Hinzu kam im letzten Jahr eine riesige Dürre. Die Versorgungslage der eritreischen Bevölkerung ist erheblich schlecht, katastrophal kann man sagen!“
Seit dem Grenzkrieg mit Ätiopien, der im Jahr 2000 zu Ende ging, ist in dem Land eine zunehmende Militarisierung zu beobachten. Sie hat nicht nur fatale Folgen für das kirchliche Leben, das in Eritrea ohnehin schon unterdrückt wird. Alle 18- bis 40-jährigen Männer müssen den nationalen Militärdienst absolvieren, und zwar auf unbestimmte Zeit.
„Das heißt also, dass all die, die seitdem eingezogen wurden für den nationalen Dienst bisher nicht wieder entlassen worden sind, was natürlich verheerende Folgen für die Landwirtschaft und das Handwerk des Landes hat, weil ein Großteil der jungen Arbeitskräfte schlichtweg fehlt (...). Das hat die Konsequenz, dass sehr viele junge Leute in den Untergrund abtauchen, sich über die Grenze etwa ins benachbarte Ätiopien absetzen oder in den Sudan.“
Immer, wenn du jemandem ein Lächeln schenkst,