Afrika und Aids – die Alliteration lässt die Ohren klingen: nach Armut, nach mangelnder Bildung, benachteiligten Frauen, verwaisten Kindern. Die komplexe Thematik gewinnt an Brisanz, gilt der Gleichklang auch für Aids und Asien. Hier wie dort fordern uns die einschlägigen Zahlen auf, die Ausbreitung der Pandemie genauer zu hinterfragen: Inwiefern beeinflussen politische Rahmenbedingungen die Gefahr steigender Infektionen? Wie verhalten sich das verheerende Ausmaß der Krankheitsfälle und wirtschaftliche Faktoren zueinander? Und was hat HIV/Aids in Afrika, Asien und sonstwo hier mit mir in Deutschland zu tun?
Die biologisch-medizinische, wirtschaftsgeografische und (gesellschafts-)politische Dimension von HIV/Aids greifen ineinander. Diese Verwobenheit provoziert die umfassende Herangehensweise, die Disziplinen und Fächer übergreift.
Insbesondere fordert uns diese Komplexität heraus, die Rolle der Kirche, ihrer Theologie wie ihres pastoralen Engagements zu reflektieren. Dabei steht die Kirche nicht nur im Kreuzfeuer der Kondom-Frage, sondern wird in Sorge um die Betroffenen aktiv. Nicht zuletzt muss ihre Aufgabe in der Lobby- und Advocacyarbeit mit in den Blick genommen werden