Nepal am Fuß des Himalaya-Gebirges liegt zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Welt: China im Norden und Indien im Süden. Bei der Volkszählung im Jahr 2001 wurden über 100 verschiedene ethnische Gruppen und 70 unterschiedliche Sprachen und Dialekte ermittelt. 80 Prozent der gut 27 Millionen Einwohner sind Hindus, 15 Prozent Buddhisten und drei Prozent Muslime. Nur rund zwei Prozent gehören dem Christentum an.
Landwirtschaft und Tradition bestimmen den Alltag
Die Bevölkerung ist bis heute überwiegend bäuerlich geprägt: 80 Prozent der Nepalesen arbeiten in der Landwirtschaft, in der aber relativ wenig verdient wird. 17 Prozent sind in der Industrie tätig, nur drei Prozent im Dienstleistungssektor. Der Tourismus, den sich die Regierung ausdrücklich erwünscht, bringt dem Land mehr als ein Drittel seiner Einnahmen ein. Noch immer können über die Hälfte der Nepalesen nicht richtig lesen und schreiben. Die meisten von ihnen leben auf dem Land. In den dortigen Strukturen haben traditionelle Denkmuster bis heute überdauern können, wonach Mädchen angeblich weniger wert sind als Jungen. Die große Not der Landbevölkerung begünstigt auch den Handel mit Mädchen. Zwischen 20.000 und 50.000 von ihnen werden jedes Jahr für umgerechnet je 200 Euro an indische Bordelle verkauft.
Medizinische Versorgung
Viele der Mädchen leiden an Aids oder Tuberkulose. Etwa 70 Prozent der heimgekehrten Frauen sind auf die medizinische Hilfe angewiesen. Das „Haus des Mitgefühls“ ist für viele von ihnen die letzte Station einer oft abenteuerlichen Reise. Die Ordensschwestern versuchen, den Mädchen ein Stück weit Normalität zu geben. Sie helfen denjenigen, die ihre Familie wiedersehen möchten, bei der Suche. Doch aus Scham und Angst, geächtet zu werden, wagen nur die wenigsten den Weg zurück. Im Rehabilitationshaus erhalten die Frauen eine Ausbildung in praktischen Tätigkeiten: Sie lernen lesen und schreiben, nähen und gärtnern. Diese Fähigkeiten sollen ihnen helfen, sich ihren Lebensunterhalt selbstständig zu verdienen.
Immer, wenn du jemandem ein Lächeln schenkst,