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Seminar zu weltkirchlichen Partnerschaften – auf Augenhöhe und vernetzt?
20 VertreterInnen von Gemeinden und Verbänden aus den Diözesen Augsburg und Rottenburg-Stuttgart haben sich am 9. und 10. Juli getroffen, um sich über Aufbau und Pflege weltkirchlicher Partnerschaften auszutauschen. misso-Referent André Gerth informierte über Projektarbeit, grundlegende Prinzipien und die Fallen der Projekt-Partnerschaft. Dabei zeigte sich: Der Anspruch einer Partnerschaft auf Augenhöhe ist derzeit kaum zu erreichen.
Viele Partnerschaften erschöpfen sich im Unterstützen von Projekten der Partner. Begegnung, weltkirchliches Lernen und auch spiritueller Austausch kommen viel zu kurz. Der Anspruch einer Partnerschaft auf Augenhöhe erweist sich oft als unerreichbar. Dies liegt weitgehend an der einseitigen Geber-Nehmer Struktur der Beziehung, die dem Begriff „Partnerschaft“ nicht gerecht wird. Ferner wurde der Mangel an Vernetzung, Kooperation und Koordination zwischen den Trägern verschiedener Partnerschaften hier in Deutschland als großes Defizit herausgestellt. Die Frage nach dem spezifisch „Kirchlichen“ oder „Christlichen“ einer Partnerschaft machte deutlich, dass wir es nicht mit „Spendern“ und „Hilfsempfängern“ zu tun haben, sondern mit Brüdern und Schwestern, mit denen wir gemeinsam Verantwortung für den weltweit gemeinsamen Dienst am Nächsten tragen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, zeigte sich manche Schwierigkeit in einem anderen Licht.
Das Ziel des Seminars „Aufbruch zur Partnerschaft“ war, Grundlegendes über Formen der Partnerschaftsarbeit zu erfahren, Impulse für das eigene Handeln zu erhalten und von den Erfahrungen anderer zu profitieren. Gleich zu Beginn zeigte sich hoher Beratungsbedarf hinsichtlich Projektmanagement, Gestaltung von Begegnung und grundsätzlicher Ausrichtung von Partnerschaften. Im Laufe der Veranstaltung, die im Regens-Wagner Tagungshaus in Dillingen von Ulrich Rindle von der KEB des Bistums Augsburg geleitet wurde, konnten durch die sensible Moderation von P. Werner Nidetzky von den Comboni in Mellatz und den hilfreichen Inputs des missio-Referenten André Gerth eine Reihe Kernprobleme analysiert werden.
Ein weiteres Thema war die Unterstützung von Partnerschaften durch die Werke. missio bietet in vielfacher Hinsicht Hilfe und Beratung für Partnerschaften und weltkirchliche Projektarbeit auf Gemeindeebene. Neben Transfer und Transferplus als Dienstleistung für die Überweisung finanzieller Unterstützung gibt es eine große Auswahl an Förderprojekten, an deren Finanzierung sich Partnergemeinden beteiligen können, ohne Performance, Monitoring, Evaluation und Finanzverwaltung für die Projekte selbst verantworten zu müssen. Ferner bietet die missio-Bildungsabteilung individuell und nach Bedarf zugeschnittene Veranstaltungen zur Betreuung und Begleitung von Partnerschaften an, inklusive interkulturelles Kommunikationstraining. Im Rahmen der missio-Kampagnen ist es auch möglich, die eigene Partnerschaftsarbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, Begegnungen mit Gästen zu arrangieren und so die Stimme unserer Brüder und Schwestern aus den Ländern des Südens auch hierzulande vernehmbar zu machen.
André Gerth
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