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Erzbischof von Jos: Krise nicht religiös motiviert

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  Erzbischof Ignatius Kaigama: "Religion wird instrumentalisiert, um leichter ethnische und politische Interessen durchzusetzen."

Erneut Gewalt zwischen Christen und Muslimen im Zentrum Nigerias

Der katholische Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, hält die jüngsten Unruhen in Jos für nicht religiös motiviert. „Diese Auseinandersetzungen haben sehr wenig mit Religion zu tun. Religion wird hier instrumentalisiert, um leichter ethnische und politische Interessen durchzusetzen“, sagte er gegenüber missio.

In Jos im Bundesstaat Plateau ist es seit Sonntag zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen gekommen. Medienberichten zufolge sind dabei Häuser, Kirchen und Moscheen zerstört worden. Es wird von 200 Toten, vielen Verletzten und mehreren Tausend Flüchtlingen berichtet.

Erzbischof Kaigama, der sich seit langem für ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen in der Region engagiert, zeigte sich bestürzt über die gewaltsamen Auseinandersetzungen. Der Erzbischof erklärte, zurzeit sei die Lage angespannt aber ruhig, da über Jos eine ganztägige Ausgangssperre verhängt worden sei.

Er warnte davor, vorschnell Schlüsse über den Verlauf der Unruhen zu ziehen und ungeprüft Fakten zu übernehmen. „Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt genau sagen, was passiert ist. Falsche Berichterstattung kann die Lage weiter eskalieren lassen.“

Er widersprach Berichten verschiedener Medien, die behaupteten, dass die katholische St. Michael-Kirche in Jos am Sonntag niedergebrannt und Gottesdienstbesucher angegriffen und getötet worden seien. „Wer so etwas behauptet, der lügt,“ sagte Kaigama. Auch der Priester sei nicht ermordet worden. „Die Gottesdienste in St. Michael sind ohne Vorkommnisse verlaufen. Es gab dort keine Angriffe. Die Kirche steht.“ Kaigama schloss allerdings nicht aus, dass bei den Ausschreitungen in Jos eine andere Kirche angegriffen worden sei und es sich um eine Verwechselung handele.

Am Montag hatte sich Erzbischof Kaigama mit christlichen und muslimischen Führern des Interreligiösen Rates in Jos getroffen. Zusammen mit dem Emir von Wase, Alhaji Haruna Abdullahi , dem höchsten muslimischen Führer des Bundesstaates Plateau, hatte er im nationalen Fernsehen an die Menschen in der Region appelliert und zum Gewaltverzicht aufgerufen.

In Jos im Bundesstaat Plateau starben bei Unruhen im November 2008 mehr als 700 Menschen, 28.000 Menschen verloren ihr Zuhause. In der Stadt kämpfen verschiedene ethnische Gruppen um die Macht und damit verbundene Privilegien und Ressourcen.


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