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Pater Eric Englert, Präsident von missio

missio-Präsident Englert über soziale Projekte und Fußball

Interview von Barbara Just (KNA)

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Das internationale katholische Missionswerk missio München unterstützt seit langem soziale Projekte in Südafrika. Auch der Fußball kommt dabei nicht zu kurz. Die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sprach vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft mit missio-Präsident Eric Englert (59) über die Arbeit des Hilfswerks sowie über die Leidenschaft des Augustinerpaters für das runde Leder.

KNA: Pater Eric, zum Auftakt der WM werden Sie in Südafrika sein. Wie kam es dazu?

Englert: Auf Einladung der Bayerischen Staatskanzlei reise ich vom 8. bis 14. Juni mit einer Delegation nach Kapstadt. Der Freistaat pflegt eine Partnerschaft mit der Kap-Region. Zur WM gibt es ein Bayerisches Haus , in dem sich auch missio und andere Nichtregierungsorganisationen präsentieren dürfen.

KNA: Was steht auf dem Programm?

Englert: Verschiedenes, wie etwa die Eröffnung eines Filmfestivals. Aber natürlich ist auch der Besuch sozialer Projekte eingeplant, unter anderem eines, das unsere Partner in Südafrika aufgebaut haben. missio versteht sich als deren Unterstützer, weil die Leute vor Ort am besten wissen, was gebraucht wird.

KNA: Welches Projekt schauen Sie sich an?

Englert: Eines, das auch mit Fußball zu tun hat. Unter dem Dach der Erzdiözese Kapstadt werden in Nyanga Jugendlichen sinnvolle Freizeitangebote gemacht. Junge Leute, die in Townships leben, sollen etwa durch Sport oder Theaterspielen, aber auch durch Ausbildungsmaßnahmen von der Straße geholt werden. Ziel ist es, ihnen Werte zu vermitteln, damit sie auf positive Weise ihre Zukunft gestalten können.

KNA: Und wo sind Sie beim Eröffnungsspiel?

Englert: Jedenfalls nicht in Johannesburg. Wir werden das Spiel beim Public Viewing im Kongresszentrum in Kapstadt verfolgen. Dort findet zu diesem Zeitpunkt die Western Cape Expo statt, bei der sich Bayern präsentiert. Dafür sind wir abends beim Match Uruguay gegen Frankreich live im Stadion dabei. Als Fan des FC Bayern München freue ich mich darauf, Franck Ribery zu sehen.

KNA: Engagieren sich bekannte Fußballer für missio?

Englert: Ja. Mit dem Bundesliga-Profi Andreas Ottl als missio-Botschafter haben wir 2009 an bayerischen Schulen ein Fußballturnier durchgeführt. Im Hinblick auf die Fußball-WM der Frauen 2011 in Deutschland und weil wir verstärkt Frauenprojekte unserer Partner fördern wollen, haben wir uns noch nach einer Fußballerin umgeschaut. Wir sind sehr froh, dass Bianca Rech uns unterstützt, die bisher beim FC Bayern gespielt hat. Ottl und Rech werden in den nächsten Wochen die WM in Blogs auf www.missio.de kommentieren.

KNA: Spielen Sie selber Fußball?

Englert: Ja, in unserer missio-Mannschaft und als Reserve in der bayerischen Klerusauswahl. Als Linksfuß bin ich als linker Verteidiger, Außenverteidiger oder weiter vorn im Einsatz. Allerdings stelle ich fest, dass ich zunehmend von jüngeren Spielern überlaufen werde. Wichtig aber ist der Spaß dabei. Der Erlös von Spielen oder Turnieren kommt zudem immer einem missio-Projekt zugute.

KNA: Wie schätzen Sie die Chancen der deutschen Elf bei der WM ein?

Englert: Positiv betrachtet sehe ich die Situation ähnlich wie vor der Europameisterschaft 1972. Kurz davor hatte keiner Deutschland auf der Rechnung, weil es ein so junges Team war. Die Mannschaft fand sich auf dem Platz, spielte hervorragenden Fußball und holte den Titel. Wenn sich das 2010 wiederholt, könnten die Deutschen am Ende Weltmeister werden.

KNA: Hilft nicht nach soviel verletzungsbedingten Ausfällen eigentlich nur noch beten?

Englert: Beten ist immer gut. Aber alles nur vom Beten abhängig zu machen, das ist kein christlicher Grundsatz. Ein solcher aber heißt: Gnade setzt die Natur voraus.


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